Höchstleistungen des Handwerks ins Rampenlicht PDF Drucken E-Mail

Salzburg, 22. September 2011/WKS. Der „Salzburger Handwerkspreis“, heuer bereits zum 21. Mal von der Sparte Gewerbe und Handwerk der WK Salzburg vergeben, stellt einen der renommiertesten Wirtschaftspreise in Salzburg dar. „Trotz des großen internationalen Konkurrenzdrucks erbringen Salzburgs Handwerksbetriebe zahlreiche herausragende Leistungen. Die Jury hatte es daher auch heuer besonders schwer, unter den hochwertigen Einreichungen die Besten zu küren“, betont Spartenobmann NAbg. KommR Konrad Steindl.

„Der Handwerkspreis zeigt die breite Palette des Handwerks in Salzburg. Unsere Klein- und Mittelbetriebe sind zu technisch ausgefeilten Lösungen ebenso fähig wie zu künstlerischen oder klassisch-handwerklichen“, so Steindl weiter. Längst hätten sich die Betriebe modernste Planungs- und Fertigungstechnologien angeeignet. Das Zusammenwirken von Top-Ausbildung und Know-how in den Betrieben ermöglicht den Salzburger Handwerkern Erfolg auch im überregionalen Wettbewerb.

Über 100 Bestleistungen in 21 Jahren

 

In 21 Jahren Handwerkspreis wurden mehr als 100 ausgezeichnete Leistungen prämiert – eine in Österreich einzigartige Sammlung traditioneller Handwerkstugenden sowie innovativer und handwerklicher Kreativität unter Anwendung jeweils neuester Techno-logien. „Besonders erfreulich ist, dass diese Könnerschaft von vielen Ausbildungsbetrieben in Gewerbe und Handwerk erfolgreich an den Nachwuchs weitervermittelt wird“, verweist Steindl auf aktuelle Lehrlingsdaten. Derzeit bilden Salzburgs Handwerks- und Gewerbebetriebe mit mehr als 5.000 Lehrlingen die Hälfte aller Lehrlinge in Salzburg aus. Gewerbe und Handwerk stellen mit über 12.000 Betrieben etwa ein Viertel aller Salzburger Unternehmen und beschäftigen 45.000 MitarbeiterInnen.
Berufe mit viel Zukunftssicherheit

„Die große Herausforderung für die Zukunft wird es sein, in Anbetracht der demo-graphischen Entwicklung das hohe Niveau in der Ausbildung der Fachkräfte zu halten“, erläutert der Spartenobmann. Denn allein im Zeitraum 2009 bis 2015 werden in Salzburg 1.064 Jugendliche weniger die Pflichtschule beenden als bisher (Bezugsgröße ist der Jahrgang 2008). „Mit der von der WK-Organisation angestrebten modularen Lehrausbildung und dem Ausbildungsmodell ‚Lehre und Matura‘ können wir der Jugend im Vergleich zu weiterführenden Schulen zukunftssichere Karrierechancen bieten“, so der Spartenobmann  weiter.

Schwellenwertverordnung in Bundesvergabegesetz

Die gegenwärtig gute Auslastung der Betriebe wird zu 80% von privaten bzw. gewerblichen Auftraggebern getragen. Die restlichen 20% machen öffentliche Bauprojekte aus. Ein Viertel davon wird von Bund, Ländern und Gemeinden direkt vergeben. Dabei hat sich die von der WK-Organisation durchgesetzte Schwellenwertverordnung sehr bewährt, nach der Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge bis zu einem Wert von 100.000 € direkt an Unternehmen vergeben werden können. Der Schwellenwert für das sogenannte nicht offene Verfahren (Einladung von mindestens fünf Bietern) beträgt derzeit 1 Mill. €. Diese Wertgrenzen sollen mit Beginn des nächsten Jahres wieder beträchtlich herabgesetzt werden.

„In einer aktuellen Umfrage des Wirtschaftsministeriums haben 92% der befragten 300 österreichischen Gemeinden und 13 Städte die Beibehaltung der erhöhten Grenzwerte befürwortet. Vor allem Kleinst- und Kleinbetriebe profitieren von dieser Maßnahme. Wir fordern daher die Übernahme dieser erhöhten Schwellenwerte in das Bundesvergabe-gesetz“, betont Steindl. Die von einigen befürchteten Preissteigerungen sind in diesem Zusammenhang nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil: die Verwaltungskosten sind ge-sunken, da man sich aufwändige Vergabeverfahren z. B. beim Bau eines neuen Feuerwehrhauses ersparen kann.

Bei Ausschreibungen Subunternehmer schützen

Damit einher geht auch die Forderung an die öffentlichen Auftraggeber, wieder vermehrt in Einzelgewerken auszuschreiben, wovon KMU am meisten profitieren würden. Mit dem Land Salzburg ist es bereits gelungen, ein Übereinkommen zum Schutz der Subunternehmer zu erzielen. „Wenn es in Zukunft zu solchen Vergaben kommt, werden Generalunternehmer verpflichtet, ihre Subunternehmer fair zu behandeln, indem sie keine verschlechternden Vertragsbedingungen verwenden dürfen. Das Land wird sich zudem bemühen, dem Ziel einer ganzjährigen Beschäftigung in der Baubranche Rechnung zu tragen und seine Aufträge so vergeben, dass der Innenausbau im Winter erfolgen kann. Damit wird einer zu hohen Winterarbeitslosigkeit entgegengewirkt“, so Steindl weiter.

„Bürokratiewahn“ eindämmen

Weitere Bestrebungen der Sparte Gewerbe und Handwerk sind, den zunehmenden Büro-kratie- und Zertifizierungswahn ebenso wie die Schattenwirtschaft einzudämmen. „Die österreichische Gewerbeordnung stellt sicher, dass Handwerke nur von ausgebildeten Unternehmern ausgeübt werden können. Zusätzliche von ihnen abverlangte Zerti-fizierungen sind daher vielfach nicht notwendig“, betont Steindl. Jüngstes Problem: CE-gekennzeichnete Stahlbauten dürfen nur noch von zertifizierten Schweißern gefertigt werden. „Die damit verbundenen aufwändigen Zertifizierungsverfahren sind der Ruin für viele Kleinbetriebe, obwohl sie auch ohne Zertifizierung fachlich einwandfreie Arbeit leisten“, erläutert Steindl.

Weiters soll eine schon längst überfällige österreichweite Harmonisierung der Bauordnung -sie wurde von den Bundesländern bereits 2004 paktiert - bürokratische Hürden beseitigen. Derzeit ist es noch so, dass in allen Bundesländern unterschiedliche Bauvorschriften gelten. So ist z. B. zur Errichtung einer Lagerhalle für Holzprodukte im einen Bundesland eine teure Sprinkleranlage erforderlich, im benachbarten Bundesland aber nicht, ohne dass dabei der Brandschutz darunter leidet. „In diesem Fall geht es um 20% höhere Gesamterrichtungskosten. Allein an diesem Beispiel wird klar, dass in Zukunft in ganz Österreich dieselben bautechnischen Vorschriften gelten müssen“, sagt Steindl.

Initiative gegen Pfuscherunwesen

Darüber hinaus soll mit dem schon vielfach geforderten „Handwerkerbonus“ das Pfuscherunwesen wirkungsvoll bekämpft werden. Die Regelung sieht vor, dass Privatpersonen bei Handwerkerrechnungen bis 6.000 € ein Fünftel von der Steuer absetzen können. Somit wäre es laut Steindl möglich, „schwarze Umsätze“ zu legalisieren und steuerbar zu machen.

Meisterbriefe an 220 neue MeisterInnen

Verliehen werden die Handwerkspreise am 1. Oktober, 10 Uhr, im Rahmen der Meister-briefverleihung im Großen Saal des Mozarteums. Dabei werden an 220 junge MeisterInnen (2010: 204) die Meisterbriefe vergeben. „Ein passender Rahmen für die Verleihung des Handwerkspreises, denn ohne die Meisterschaft in den Handwerken kämen keine Spitzenleistungen zustande. Deshalb ist für uns der Handwerkspreis auch die Chance, die Sinnhaftigkeit der Meisterprüfung herauszustreichen“, sagt  Mag. Wolfgang Hiegelsperger, Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKS.

Neues Logo für Preisträger nutzbar

Als besondere Neuerung gibt es seit heuer ein eigenes Handwerkspreis-Logo, das als Marke positioniert werden soll und den Preisträgern zur Verwendung auf Geschäftspapieren bzw. für werbliche Einschaltungen zur Verfügung steht. Darüber hinaus werden die drei erstplatzierten Projekte in Trailern im ORF-Fernsehen gezeigt.

Die Handwerkspreis-Juroren waren heuer: Spartenobmann KommR Konrad Steindl, Spartengeschäftsführer Mag. Wolfgang Hiegelsperger, DI Peter Haider (SIR), Architekt DI Erio Hofmann und Journalist Dr. Werner Thuswaldner.

Bildtext: Bei der Präsentation des Sieger des Handwerkspreises 2011 (v. r.): Spartenobmann NAbg. KommR Konrad Steindl, Alexander Oberhofer und Mag. Hannes Kafko, Geschäftsführer von Handwerkspreis-Sieger Oberhofer Stahlbau, und Spartengeschäftsführer Mag. Wolfgang Hiegelsperger,
Foto: WKS/Neumayr


Die Preisträger des Handwerkspreises 2011


1.    Platz: Oberhofer Stahlbau GmbH, Saalfelden, für die Überdachung der Felsenreitschule

Ein Projekt in dieser Dimension an einer sensiblen Stelle im Salzburger Festspielbezirk stellte auch für die Oberhofer Stahlbau GmbH eine große Herausforderung dar. Beeindruckend sind die technischen Daten der Dachkonstruktion: 530 Tonnen Stahl wurden verbaut, 2.250 Konstruktionsstunden und 12.490 Fertigungsstunden wurden geleistet.
Das Herzstück der Anlage ist der mobile Teil des Daches. Er besteht aus 28 Meter langen Teleskoparmen, die drei Dachelemente über die Felsenreitschule schieben. Eine technische Meisterleistung ist die Steuerung des mobilen Daches. Wenn das Dach während einer Aufführung geöffnet ist und es zu regnen beginnt, muss es sich schnell und vor allem leise schließen lassen. Das Gesamtvolumen für das Projekt hat 6,5 Mill. betragen, davon entfielen alleine auf den Stahlbau 4 Mill. €. Die spektakuläre Montage des Daches, für die ein spezieller übergroßer Kran notwendig war, wurde ebenfalls von Oberhofer Stahlbau durchgeführt.

2.    Platz: Zimmerei Johann Rohrmoser, Flachau, für die Generalsanierung des „Gaferhellgutes“

Das 1616 erbaute Gaferhellgut in Flachau sollte auf ausdrücklichen Wunsch der Bauherren  trotz schlechter Bausubstanz totalsaniert und teilweise neu unterkellert werden. Nach dem Herausschneiden desolater Holzteile (ganze Wände) und dem Abbruch von Zwischendecken stand nur noch die Außenhaut des Gebäudes. Als besondere Herausforderung stellten sich die Errichtung des Kellergeschoßes und die darauffolgende Verschiebung des Hauses um ca. 1,5 Meter dar, da es zu nah an einer Straße stand. Das verschobene Haus wurde nun neu positioniert und mit Bachsteinen untermauert. In unzähligen Arbeitsstunden wurden die Außenwände mit Riegelwänden verstärkt, wärmegedämmt sowie wind- und dampfdicht gemacht. Auch bei den Trenn- und Zwischenwänden wurde eine Riegelkonstruktion ausgeführt. Als Zwischendecken wurden Tramlagen aus Massivholz eingebaut, worauf eine Brandschutzschalung mit Rieselschutz verlegt wurde. Anschließend folgten die Verlegung der elektrischen Leitungen, der vollständige Bodenaufbau und das Beplanken und Verspachteln der Wände mit Gipskartonplatten. Nach Abschluss der Innenarbeiten mussten noch der Dachstuhl erneuert und die oberste Geschoßdecke gedämmt sowie die Fenster und Türen montiert werden.

3.    Platz: Licht Ton Video (LTV) Markus Schwentner, Salzburg, für das „Public Viewing“ auf einer LED-Panel-Wand in Bayreuth

Markus Schwentner hat für die „Siemens Festspielnacht“ am 14. August 2011 bei den Bayreuther Festspielen die Übertragung der Oper „Lohengrin“ auf der größten LED-Wand realisiert, die je für ein Public Viewing errichtet wurde. Auf einer Fläche von 308 Quadratmetern (22 Meter Breite und 14 Meter Höhe) wurden LED–Elemente im Wert von rund 700.000 € angebracht. Das Gesamtbaugewicht der Konstruktion betrug 64 Tonnen, hinzu kamen 38 Tonnen Ausgleichsgewichte. Kabel wurden im Ausmaß von rund 12 km verlegt.Trotz der Größe der Leinwand war die Bildqualität bestechend. Gearbeitet wurde mit sogenannten SMD-LEDs, die die Farben pro LED mischen, was zu einem höheren Kontrast wie auch zu brillanteren Farben führt. Für eine optimale Akustik wurden im Publikumsbereich Lautsprecher an 24 Standorten installiert und drei Standplätze mit Subwoofern ausgestattet, die volldigital gesteuert werden konnten. Jeder Lautsprecher konnte einzeln angesteuert werden.


Anerkennungspreise


Wagrainer Bäckerei GmbH, Wagrain, für neue Brotsorten

Bäckermeister Albert Gruber hat sich durch seine Auslandsaufenthalte Kenntnisse an-geeignet, die zur Kreation von drei besonderen Brotsorten geführt haben:

Französisches Baguette
Der Charakter des französischen Baguettes beruht auf sehr langer Teigruhe (mind. 8 Stunden) und der Teiglockerung durch Weizensauerteig, dessen Sauerteigkulturen direkt aus Frankreich bezogen werden. Der sehr weiche Teig kann nur per Hand verarbeitet werden, wodurch nur eine geringe Stückmenge produziert werden kann. Was lediglich für den Verkauf an Endkunden gedacht war, entwickelte sich auch im Gastgewerbe zu einem Renner.

Steinofenbrot
Das Brot für Ernährungsbewusste bzw. Allergiker beruht auf einem Rezept aus den frühen 1950er Jahren. Von der ersten Herstellungsstufe bis zum Ausbacken des Brotes vergehen 14 Stunden. In jeder einzelnen Stufe reifen Sauerteighefekulturen heran. Der Geschmack und die Versäuerung können durch die Temperatur und die Reifezeit gesteuert werden, wozu jahrelange Erfahrung nötig ist. Das Backen im Steinofen gibt dem Brot schließlich seine typische Note.

Böhmisches Bierbrot
Auf der Suche nach Neuem nahm Albert Gruber dieses außergewöhnliche Brot in sein Sortiment auf. Das anstatt von Wasser zum Teigmachen verwendete Malzbier quillt das geschrotete Getreide über mehrere Stunden auf und gibt ihm seinen unverwechselbaren Malzgeschmack.

Pritz Jagdwaffen GmbH, Mariapfarr, für die zerlegbare Pritz-System-Repitierbüchse

Für Jagdreisen ist eine zuverlässige und handliche Jagdwaffe mit möglichst geringem Packmaß von großer Bedeutung. Das hat Kurt Pritz dazu bewegt, eine zerlegbare Repetierbüchse zu konstruieren, die mit nur einem Handgriff zerlegt und wieder zusammengesetzt werden kann. Das Entscheidende dabei ist, dass die Präzision der Jagdwaffe nach Zerlegung und Zusammenbau zu 100% gewährleistet ist. 1994 wurde der erste Prototyp gefertigt, 2006 wurde die Waffe vollkommen neu konstruiert. Die Jagdwaffe ist, wie alle Pritz-Produkte, durch das europäische Markenrecht geschützt.

Gollhofer Optik GmbH & Co KG, Salzburg, für die moderne Titan-Leichtbrille im Retro-Look

Ziel von Gollhofer war es, eine moderne Titan-Leichtbrille kombiniert mit einigen interessanten historischen Detaillösungen zu entwickeln. Das Design sollte starke Prägungen der 1920er Jahre aufweisen. Beim Material für den Rahmen fiel die
Wahl auf eine Hightech-Titanlegierung aus Japan. Als besondere Herausforderung wurde auf Kunststoffmaterialien verzichtet. Die Nasenauflage besteht deshalb aus einem einzigen speziell geformten Titanstück. Für die Ohrenbügel bot sich das Naturmaterial Büffelhorn an, das leicht, sehr haltbar und besonders hautfreundlich ist. So entwickelte Gollhofer eine „Retrobrille“ mit modernen Einflüssen. Die wesentlichen Details: Dank perfekter Materialkombination ist die Brille extrem leicht (nur 7,3 g, weniger als 2 Stück Würfelzucker). Naturhorn und Titan sind sehr flexible und federnde Materialien (bis zu dreifach höhere Stabilität und Lebensdauer). Jede einzelne Brille wird genau nach den anatomischen Anforderungen des Kunden in Handarbeit gefertigt.

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Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027 Salzburg, Tel. 0662/8888-345, Fax: 0662/8888-388

Rückfragehinweis: Mag. Wolfgang Hiegelsperger, Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschafts-kammer Salzburg, Tel. 0662/8888-273, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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